Das Geheimnis von Disziplin …

Immer wieder nehmen wir uns Sachen vor. Wir wollen abnehmen, mehr Sport machen oder ein Projekt zu Ende bringen. Disziplin ist das Zauberwort … immer wieder hören wir etwas von „Du musst das durchhalten, sei doch mal diszipliniert“ oder strafen uns selber ab in dem wir sagen „Habe ich es mal wieder nicht geschafft. Wäre ich doch so diszipliniert wie …. “ Heute möchten wir uns generell mit Durchhaltevermögen beschäftigen und der großen Frage:Lebensfreude

Was ist das Geheimnis von Disziplin?

Insbesondere im Bereich der Arbeit wird immer wieder von Disziplin und Durchhaltevermögen geredet. Was bedeutet aber Disziplin?

Für diesen Beitrag gilt: Wenn wir über Disziplin reden, dann meinen wir in der Regel, dass man eine Aufgabe, die man sich selber gesteckt hat. Jeder andere, der etwas von uns will, darf erst mal vergessen werden 🙂

Was ist das Problem bei Disziplin?

Disziplin … dieser Begriff ist doch irgendwie sehr negativ behaftet. Man denkt an Zwang, strenge Erziehung (das Wort ‚Disziplinierung‘ sei hier genannt) und auch an Zucht und Ordnung wie beim Militär. Schon als Kind musste man diszipliniert seine Hausaufgaben machen oder sein Zimmer aufräumen. Man musste pünktlich zuhause sein, fleißig lernen und musste gute Leistungen in der Schule abliefern.

Hier liegt aber auch das große Problem. Wenn die genannten Verknüpfungen vorhanden sind (und das sind sie in den meisten Fällen), dann ist Disziplin etwas negatives. Jedes Mal, wenn wir uns vornehmen, etwas diszipliniert durchzuhalten (wie z.B. ein Abnehmkonzept), dann haben wir dieses negative Bild von Disziplin im Kopf und es fällt uns schwer.

Achtung, das ist nun irgendwie widersprüchlich

Diese Frage stellt sich automatisch, wenn man den oberen Absatz liest. Das ist verständlich und berechtigt. Etwas das auf den ersten Blick so negativ ist mit positiven Bildern zu besetzen fällt verständlicherweise schwer.

Aber eine Sache ist hier gegebenenfalls leicht in den Hintergrund gerückt: Wir reden immer noch von Aufgaben und Zielen, die wir uns selber gesteckt haben. Kann denn der Willen, ein selber gestecktes Ziel zu erreichen, etwas negatives sein?

Anders ausgedrückt: Man nimmt sich etwas vor (z.B. sein Idealgewicht erreichen) und der Weg dahin ist schon belastend, ohne dass man angefangen hat.

Warum ist Disziplin nicht positiv?

Wenn man nun versucht dieses, mit Vorurteilen behaftetes, Durchhaltevermögen angenehmer zu gestalten wird’s interessant. Wie kann man dies schaffen?

Wichtig ist der Blick, den wir auf diese Herausforderung legen. Dazu möchte ich zwei Situationen darstellen:

Situation 1:

Ein Mann wird entführt. Seine Entführer sperren ihn in einen Raum mit einem Fenster. Er bekommt jeden Tag 6 Liter Wasser und 6 Scheiben trockenes Brot zu essen. Auf die Toilette kann er ganz normal gehen. In dem Raum ist ein Bett, ein Tisch und ein Stuhl. Außer dem Fenster kein Licht, kein Fernseher, kein Radio. Er darf mit niemandem reden. Er muss dort zwei Wochen bleiben, bevor er freikommt. Frische Kleidung bekommt er von seinen Entführern.

Situation 2:

Ein Mann entschließt sich zwei Wochen in ein Kloster zu gehen. In seinem kargen Raum, in dem er die ganze Zeit isst, meditiert und betet, ist ein Bett, ein Tisch und ein Stuhl. Morgens, mittags und abends bekommt er je 2 Liter Wasser und je 2 Scheiben trockenes Brot. Außer einem Fenster hat er kein Licht, keinen Fernseher und kein Radio. Freiwillig redet er die beiden Wochen mit niemandem. Er trägt eine einfache Kleidung, die vom Kloster gestellt wird.

Lasst diese zwei Situationen auf Euch wirken.

Und? Was glaubt Ihr? Wem geht es wohl besser?

Sicherlich dem Mann aus der zweiten Situation, oder? Als ich diesen Vergleich das erste mal gelesen habe war meine Reaktion zumindest so. Aber der einzige Unterschied ist, dass der eine Mann das freiwillig macht, wozu der andere gezwungen wird. Die Situation ist ansonsten identisch:

  • Ein karger Raum mit Fenster,
  • ein Tisch, ein Stuhl, ein Bett,
  • sechs Liter Wasser pro Tag, sechs Scheiben Brot pro Tag
  • nicht reden,
  • Kleidung von den Gastgebern gestellt
  • kein Licht, TV, Radio
  • zwei Wochen.

Was hat das mit Disziplin zu tun?

In der Regel ist es so, dass man sich gerne in der Rolle, des Mannes aus Situation 1 wiederfindet. Auch, wenn man sich selber Aufgaben gestellt hat.

Wenn man aber kurz darüber nachdenkt, dann merkt man, dass es eigentlich abstrakt ist. Ich nehme mir vor abzunehmen und empfinde es als Belastung. Ich will jeden Tag Sport machen, komme aber mit dem Druck nicht klar. Statt eines klaren „JA, ich glaube mir “ kommt ein „UFF, da habe ich mir ja was eingebrockt“ oder ein „Wie soll ich das schaffen?“.

Disziplin … jetzt wird’s positiv …

Die gute Nachricht ist, dass man aus diesem Hamsterrad raus kommt. Es geht! Wie bei unseren beiden Situationen weiter oben kommt es letzten Endes „nur“ auf die Begleitumstände an. Natürlich hängt das ganz massiv mit unserem Denken zusammen. Wie immer: Worte haben Macht.

Was klingt besser?

  • Ich muss abnehmen … oder
    • Ich nehme die Herausforderung, erreiche mein Idealgewicht und zeige allen, dass ich es kann
  • Ich muss jeden Tag Sport machen … oder
    • Ich fahre jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit, das spart sogar Geld
  • Ich muss dieses Buch zu Ende lesen … oder
    • Ich habe die Chance, dass ich die Handlung kenne, bevor der Film ins Kino kommt

Die bewusste Entscheidung zu einer Handlung, die man selber durchführt darf nie eine Last sein. Ganz wichtig zu wissen ist auch, dass das Wort „muss“ bei solchen Zielen zu vermeiden ist. Dadurch setzt man sich extrem unter Druck.

Kann ich das lernen?

Ein ganz klares „Ja natürlich“. Die Frage sollte besser sein: „Wie kann ich das lernen?“

Die einfache Antwort: Schafft Euch Erfolge. Schafft Euch bewusst Momente in denen Ihr Euch klar macht, dass Ihr das, was Ihr Euch vorgenommen habt auch geschafft habt. Solche Momente prägen Euren Kopf und so nach und nach lernt Ihr, dass Ihr das, was Ihr Euch vornehmt schaffen könnt.

Wie kann ich mir Momente des Erfolgs schaffen?

Das ist nun wiederum ganz einfach und sieht zunächst aus wie ein Spiel … aber es funktioniert.

Nehmt ganz alltägliche Sachen. Tätigkeiten, die Ihr jeden Tag macht und die Ihr für selbstverständlich haltet (was sie nicht unbedingt sind, aber das ist ein ganz anderes Thema). Nehmt Euch vor, dass Ihr das schafft und nachdem Ihr das geschafft habt, dann sagt Ihr Euch

Toll, ich habe mir XYZ vorgenommen und habe es auch geschafft. Was ich mir vornehme schaffe ich.

Was das für Tätigkeiten sein können? Nun da sind Eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt:

  • Wenn Ihr morgens aufwacht, dann nehmt Euch vor aufzustehen. Wenn Ihr das geschafft habt, dann gratuliert Euch.
  • Ihr wollt etwas trinken … dann nehmt Euch vor, dass Ihr Euch ein Glas Wasser macht und trinkt. Wenn Ihr das Schafft … Eine Gratulation ist fällig
  • Ihr wollt mit dem Rad zur Arbeit fahren? Nehmt es Euch bewusst vor. Wenn Ihr angekommen seid … na ratet mal 🙂
  • etc …

Das sollen nur ein paar Beispiele sein. Ihr könnt das auf alles anwenden, was Ihr macht. Es wirkt eventuell etwas albern. Bitte unterschätzt aber nicht, was solch eine kleine Handlung auslösen kann. Nach und nach prägt sich ein: „Was ich mir vornehme, das schaffe ich auch.“ Das ist ein Gedanke, der nach und nach zu einem Glaubessatz wird. Getreu dem alten Spruch:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Deine Worte
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Deine Handlungen
Achte Deine Handlungen, denn sie werden Deine Gewohnheiten
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Deine Realität

frei nach dem Talmund

In dem Moment, wenn Ihr Euch dann etwas vornehmt, das größer ist, werdet Ihr diesen Gedanken im Hinterkopf haben: „Was ich mir vornehme, das schaffe ich auch.“ Ihr habt es Euch ja jeden Tag bewiesen.

Mit diesem Wissen haltet Ihr dann auch durch.

Ich muss aber jetzt sofort etwas ändern

Schnelle Änderung braucht auch andere Motivation und meistens auch einen Schubser in die richtige Richtung. Gerne sind wir dabei behilflich und unterstützen Euch.

Wendet Euch gerne an uns über das Kontaktformular.

Wir drücken Euch die Daumen, dass Disziplin für Euch kein Schreckgespenst auf Dauer ist und wünschen Euch eine schöne Woche.

Jens und Kristina

The following two tabs change content below.

Jens Rhinow

Heilpraktiker für Psychotherapie bei Beratungspraxis Rhinow
Mein Anliegen sind die Menschen. Die Menschen als Ganzes. Jeder Mensch hat individuelle Schwierigkeiten mit seinem Leben, aber er bleibt ein Mensch, der ein Recht darauf hat glücklich zu sein und zufrieden zu leben. Das ist mein Ziel, was ich allen Klienten näher bringen möchte.
1 Kommentar zu „Das Geheimnis von Disziplin …“
  • picard sagt:

    Moin,

    ich zeige _dir_jens_mit_diesem_Kommentar das dein beitrag ein erfolg ist,
    von nun an werde ich dich per Feed Abonieren.
    Herzlichen Dank für die Zeilen. Mein Glaube geht über alles hinweg.

    Freifunk Gruß und Foodsharing Apetit
    pic

Kommentar hinterlassen