Warum es gut ist, unnötigen Ballast los zu werden – Teil 2

Das letzte Mal haben wir uns damit beschäftigt, was es alles für (seelischen) Ballast geben kann und was es für Strategien gibt, dass man ihn wieder los wird.

Heute wollen wir uns dann mit dem eigentlichen Thema beschäftigen, warum es gut ist, dass man unnötigen Ballast loslässt bzw. los wird.

Was sind die Herausforderungen, wenn man zuviel seelischen Ballast hat?

In der Regel ist es so, dass wir uns auf verschiedene Situationen gut einstellen können. Wenn wir arbeiten, dann sind wir auf Arbeit, wenn dann Feierabend haben, dann sind wir im Feierabend, wenn wir Vereinssport machen, dann sind wir bei unseren Vereinskameraden und machen Sport. Diese Auflistung lässt sich beliebig erweitern und sie stellt den Idealfall dar. Der Idealfall bedeutet allerdings auch, dass es oftmals nicht so ist. Wie im ersten Teil berichtet kommt es vor, dass wir zum Beispiel ‚Arbeit mit nach Hause nehmen‘. Genau so kann es natürlich sein, dass aus den anderen Lebensbereichen Situationen und Gefühle in andere überträgt und man dort belastet wird.

Was passiert, wenn man auf lange Sicht den Ballast nicht los wird?

Seelischer Ballast staut sich an und die große Herausforderung ist, dass es nach und nach immer mehr wird. Schleichend sammelt man immer mehr Gedanken an.

Um die Folgen zu verdeutlichen möchte ich ein Gleichnis aus dem Leben nehmen:

Stellen Sie sich vor, sie nutzen einen Computer und öffnen ein Programm nach dem anderen und nutzt diese, ohne, dass man jeweils die anderen schließt. Was passiert? Nach und nach wird der Computer langsamer und langsamer und der Computerkern muss immer mehr arbeiten und wird immer wärmer. Irgendwann geht gar nichts mehr, der Computer reagiert nicht oder schaltet vor Überhitzung ab.

Im Wesentlichen kann man diese Metapher auf den Menschen übertragen.

Der Computer als Metapher für einen Menschen?

Auch wenn es etwas abstrakt klingt, so ist das doch ein brauchbarer Vergleich. Zumindest, wenn es um Ballast geht.

Unsere Sorgen und Gedanken sind vergleichbar mit Programmen, die, während wir uns mit Ihnen beschäftigen, immer weiter laufen. Früher oder später werden wir angespannter, reagieren auf Kleinigkeite ggf. aggresiv oder gestresst und brennen nach und nach aus. Wir rutschen dann immer mehr in Richtung des (passenderweise so genannten) BurnOut- Syndroms.

Wir brennen aus. Ähnlich einem Motor, der nicht gewartet wird und so lange gequält wird, bis er Luft zieht, laugen wir uns immer weiter aus ohne eine Pause zuzulassen. Das Interessante daran ist, dass wir unseren Wagen oftmals besser pflegen als uns.

Was passiert aber, wenn wir uns (ähnlich einem Motor) komplett ausbrennen? Wie auch bei Motoren müssen wir einmal generalüberholt werden. Unglücklicherweise dauert dies bei Menschen bedeutend länger als bei einem Motor?

Wie sieht so eine „Generalüberholung“ bei einem Menschen aus?

Im schlimmsten Fall (kompletter BurnOut) kommt es dazu, dass die Menschen depressiv werden und über Wochen nicht arbeiten können. Neben körperlichen Symptomen kommen psychische Probleme hinzu. Zu nennen sind hier in jedem Fall auch mögliche Suizidgedanken.

Oftmals kann man aber auch nicht mehr in seinen alten Job zurück bzw. wenn man zurück kommt, arbeitet man (alleine schon aus Selbstschutz) nicht mehr so wie vorher und lässt sich ggf. in eine andere Abteilung versetzen.

Die Frage ist: Möchte man das oder gibt es einen anderen Weg?

Was sind die Alternativen?

Die Alternativen sind Abschalten lernen, nicht alles so ernst nehmen und sich weniger zumuten. Das klingt sehr pragmatisch … und genau das ist es auch.

Im ersten Teil „Warum es gut ist, den unnötigen Ballast los zu werden – Teil 1“ bin ich schon auf mehrere Möglichkeiten eingegangen.

Zum Thema nicht alles so ernst nehmen kann ich nur sagen: „Nehmt nichts persönlich!“ Auch das klingt sehr pragmatisch, ist aber nicht so einfach. Auch wir mussten das lernen. Wichtig zu wissen ist, dass in 99% der Fälle, wenn Euch jemand beleidigt, anpampt oder irgendwie komisch ist, meint derjenige nicht Euch. In der Regel sind diese Menschen mit sich selbst und der Situation unzufrieden.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der zwar in dem anderen Artikel drin steht, aber nie oft genug betont werden kann ist: Trennt Arbeit und Privat. Ohne eine solche Trennung geht Ihr früher oder später kaputt.

Woher weiß ich, ob ich noch Ballast mit mir rum schleppe?

Ganz ehrlich? Es gibt keinen genauen Indikator dafür. Das Beste, was man machen kann ist, dass man sich und seine Gedanken hinterfragt und sich auf sein Bauchgefühl verlässt. Hat man z.B. das Gefühl, dass man sich zu viel sorgt, dann ist das vermutlich so und man sollte klären, welche Sorgen es sind und wie man sie am Besten los wird.

Ich habe ein Thema, was ich nicht los werde, was kann ich tun?

Schlicht und ergreifend: Rede mit jemandem darüber.

Gerne bieten wir auch hier unsere Hilfe im Rahmen einer Lebensberatung an. Wir helfen gerne dabei, die richtigen Taktiken zu finden, um aus dem Gedankenkarussell rauszukommen.

Schickt uns gerne eine Nachricht über die Kontakt Seite oder macht doch direkt einen Termin unter der Online-Terminbuchung.

Wir hoffen, dass Ihr nicht so viel mit Euch rumschleppt und freuen uns, wenn Ihr mal wieder vorbei schaut.

Bis dahin verbleiben wir bis zum nächsten Mal

Jens und Kristina Rhinow

 

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Jens Rhinow

Heilpraktiker für Psychotherapie bei Beratungspraxis Rhinow
Mein Anliegen sind die Menschen. Die Menschen als Ganzes. Jeder Mensch hat individuelle Schwierigkeiten mit seinem Leben, aber er bleibt ein Mensch, der ein Recht darauf hat glücklich zu sein und zufrieden zu leben. Das ist mein Ziel, was ich allen Klienten näher bringen möchte.
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